Liebe i. d. Werkstatt 3

Vielleicht wurde doch noch nicht alles gesagt …. und wie ist die Situation nun nach fast einem
Jahr?

Liz, die Protagonistin, „spielt“ die Hauptrolle; sagt, sie ist keine Schauspielerin (ha ha) – ja, aber sie
kann nicht anders, wir wissen es. Sie bemüht sich, dass es nicht zu sehr eskaliert, aber dass es immer wieder Reibereien gibt, ist auch klar. Sie versucht, sich hinter dem Rücken einer Person, die sie als Schutzwall benutzen möchte, zu verstecken. Aber das funktioniert auch nicht so, wie sie es sich wünscht, weil erstens die Person kein Schutzwall ist und zweitens die Person selber auch eine Stütze und Unterstützung braucht; einen Rahmen, in dem sie sich aufhalten kann. Darüber hinaus ist es auch überhaupt nicht die Aufgabe der genannten Person, ein Schutzwall zu sein, denn sie hat selber genug mit sich zu tun und kann sich nur sehr bedingt um Liz kümmern. Sie darf es auch nicht; als Schutz, um sich nicht selber zu schaden.

Es klingt schon ein bisschen heraus, dass besagte Person mittlerweile in den Strudel der Ereignisse
hineingezogen wurde.

Nun, wir haben hier einige Personen, in deren Mittelpunkt Liz sich stellt. Sie wünscht sich von der Person, die sie sich als Schutzwall auserwählt hat, dass besagter Schutzwall für sie gegenüber allen anderen unangenehmen Personen einen Puffer darstellt. Die Schutzwall-Person fällt auch manchmal darauf herein, beobachtet aber gleichzeitig, wie Liz dann trotzdem mit den Personen agiert, die sie als unangenehm empfindet (wahrscheinlich genießt sie das Spielchen). Wir kennen ja Liz mittlerweile, wie sie so lebt und liebt.

Dann gibt es die Person, mit der Liz Uno spielt und ihr dabei über den Rücken streichelt und so
Sachen wie „Schätzchen“ sagt, die jene nicht hören will bzw. behauptet, dass es sie stört. Ein
anderer Kollege, der ein besonderes Auge auf Liz geworfen hat und immer wieder sehr heftig auf
sie reagiert (bis hin zu Aggressionen anderen Kollegen gegenüber) oder auch andere Kollegen
suchen einfach so die Nähe von Liz, weil sie ja so lieb ist und hübsche Kleidung trägt; immer gut
duftet und manchmal einen kleinen Tanz macht, wenn ihr ein Lied im Radio gut gefällt. Auch in der
Großen Werkstattgruppe stellt sie Fragen und zieht so die ganze Aufmerksamkeit der Leute auf
sich.

Ein anderer borgt sich von Liz den MP3-Player aus. So verteilt Liz ihre Gunst an ihre „Fans“. Das
stresst sie dann sehr und überfordert sie auch, aber sie merkt es nicht. Die Schutzwall-Person würde sehr gerne intervenieren, steht aber mitten im Geschehen und kann und darf es nicht. Es ist nicht ihre Aufgabe, und auch die Kapazitäten der Schutzwall-Person sind sehr begrenzt, sie ist auch nur ein Kollege (siehe oben).

Die Schutzwall-Person ist sehr darauf bedacht, dass in der Werkstatt Frieden ist und sich alle gut
verstehen, was Liz sich ja auch wünscht und immer wieder heftig einfordert, sich dabei aber
überhaupt nicht dessen bewusst ist, was sie bei ihren Kollegen durch ihre Art auslöst – wie oben
beschrieben.

Auch das Betreuerteam hat mittlerweile reagiert und die „Spielchen“ von Liz auf ein halbwegs
erträgliches Maß reduziert, um ihr Halt zu geben. Sie soll sich auch nicht hinter ihrer Schutzwall-
Person verstecken. Diese wird auch selber von dem Betreuerteam darauf aufmerksam gemacht, dass die Schutzwallfunktion nicht notwendig ist. Oft wird sie auch mit sehr deutlichen Worten auf ihre Position verwiesen, was ihr oft nicht passt, denn es mag ja niemand so gerne, wenn er den Spiegel vorgehalten bekommt. Weil Liz ihre Grenzen nicht oder selten spürt, nutzt sie die Hilfsmittel dann auch für ihre Zwecke, um Aufmerksamkeit zu erhaschen – aber wir sind alle Menschen und haben auch mal starke Emotionen. Deshalb spielt das Leben manchmal seine eigenen Stücke – in diesem Sinne nicht vergessen: Die Liebe ist etwas Wunderbares!